erlebnispädagogik2019-01-08T13:52:09+00:00

Erlebnispädagogik oder Lernen mit Kopf, Herz & Bogen

Die Natur gibt uns Konzentration…
… die Aktionen das Wagnis und die Reflexion hält uns den Spiegel vor.

Eine prägnante Sprache hilft uns beim Klären unserer Gedanken und ebnet uns den Weg; auf der Suche nach dem Wunsch hinter unserem Thema und dem Ziel vor unserem Wunsch.

Abenteuer Lernen unsere Methoden: Intuitives Bogenschießen, Erlebnispädagogik, Initiatische, Prozeßbegleitung, NLP

Nach über 10 Jahren Erfahrung in der Erlebnispädagogik beim ehemals größten Anbieter für erlebnispädagogische Fahrten in NRW und nach jahrelanger aktiver Mitwirkung im Reisenetz und beim GUT DRAUF Projekt der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung haben wir uns (insbesondere im intuitiven Bogenschießen) hohe Qualitätsstandards gesetzt.

Wir arbeiten u. a. ausschließlich mit erfahrenen und ausgebildeten Erlebnispädagogen zusammen, sowie nach den Standards der ERCA (Dachverband der europäischen Hochseilgärten) und des BE (Bundesverband Individual- und Erlebnispädagogik). Hospitanten setzten wir lediglich zur zusätzlichen Verstärkung ein.
Bitte vergleichen Sie.

Wir schaffen möglichst ergebnisoffene Situationen, um das Lernen rund um das Endscheiden zu fördern. In diesem Zusammenhang sehen wir gerade das Unbekannte in der Zukunft als eine große Ressource. Dies impliziert nämlich überhaupt erst die Möglichkeit sich frei entscheiden zu können.

Genauere Informationen über unsere Arbeitsweise im folgenden Text:

Die Wurzeln:

Die Erlebnispädagogik hat einen Ursprung bei Reformpädagogen wie Maria Montessori, Rudolf Steiner und vor allem bei Kurt Hahn (geb. 1886).
Mittlerweile gibt es vielfältige Richtungen, in die sich die Erlebnispädagogik (EP) entwickelt hat. Es gibt verschiedene Zertifikate, wie die des Bundesforums anders Reisen (QMI), des Reisenetzes (Reisenetz Qualität) oder die des Bundesverbandes für Individual- und Erlebnispädagogik (beQ), die pädagogische Arbeit qualifizieren sollen. Und es gibt die verschiedensten Anbieter, die sich diese Qualitätskriterien zum Teil auf die Fahnen schreiben.
Meiner Meinung nach kann es dem Außenstehenden helfen einen Überblick über die Angebote zu gewinnen, wenn er beachtet, ob die folgenden Richtlinien und Prinzipien eingehalten werden und vor allem nachfragt, wie diese konkret in die Praxis umgesetzt werden:

Richtlinien:

  • Die EP versteht sich als ganzheitlicher Bildungsansatz für die verschiedensten Zielgruppen, in dem das gleichzeitige Erfahrungslernen mit Kopf (kognitiv), Herz (emotional) und Hand (motorisch) eine grundlegende Rolle spielen.
  • Die Erfahrungen werden aktiv auf verschiedenen Lernebenen gemacht:
    Die Ebene des individuellen Lernens und der Selbsterfahrung (vertiefte ganzheitliche Erfahrung des eigenen Körpers, der eigenen Person, Verantwortungsfähigkeit…);
    Die Ebene des sozialen Lernens (Fähigkeit zur Empathie und Rücksichtnahme, kooperative Beziehungen, Verhalten, Verantwortungsfähigkeit…);
    Die Ebene des ökologischen Lernens und des Umweltbewusstseins (Naturerfahrungen, …).

Methodische Prinzipien der EP:

  • Es werden individuelle Herausforderungen und Grenzerfahrungen geschaffen (physischer, psychischer und sozialer Natur)
  • Aktion und Reflexion, d. h. Erfahrungen werden bewusst gemacht und es wird der Versuch unternommen daraus zu lernen, außer wenn das Schweigen über das Erlebnis aus methodischen Gründen für sich wirken soll („the mountains speak for themselves“)
  • Teilnehmerpartizipation, d. h. weitestgehende Gruppenselbststeuerung; (Leiter als Begleiter und Moderator, beschränkt durch Sicherheitsaspekte und Zeitrahmen)
  • Vielfalt und Ganzheitlichkeit (kognitive, affektive, motorische und soziale Dimensionen werden aufgegriffen, z.B. Landart oder Nachtsolo)
  • Authentizität (die Aktionen finden in möglichst „echten“ Situationen statt)
  • Freiwilligkeit (challenge by choice)
  • Orientierung am Individuum (jeder einzelne soll sich im Rahmen der Gruppe entwickeln können)
  • Learning by doing, Lernen durch Erfahrungen (meist durch try and error)

Ziele:

Je nach Art des Settings, Anordnung der Übungen, Intervention der Leitung, den eingesetzten Mitteln werden spezifisch für die jeweilige Zielgruppe relevante Lernziele angestrebt. Dabei geht es wie noch bei Kurt Hahn um:

Individuelle Persönlichkeitsveränderungen

  • Förderung von Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl
  • Umgang mit Risiko und Wagnissituationen
  • Erweiterung und Festsetzung persönlicher Grenzen
  • Schulung der Selbsteinschätzung, Gefühle wahrnehmen und ausdrücken
  • Etc.

Verbesserung gruppendynamischer Strukturen

  • Verbesserung des Vertrauens
  • Schulung von Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft
  • Schulung von kreativen und konstruktiven Problemlösungen im Team
  • Verbesserung von Kommunikation und Interaktion in der Gruppe
  • Etc.

Die verschiedenen Ansätze der EP:

Das Erlebnis wirkt für sich (the mountains speak for themselves)
z. B. geführte Bergwanderung;

  • Erlebnisse und Natur wirken für sich und tragen unbewusst zu einer Lernerfahrung bei, z.B. Gruppenleiter organisiert eine Rafting Tour: Spaß, Gruppenerlebnis und Naturerfahrung stehen im Vordergrund; Verhaltensweisen und Gruppendynamik bleibt unreflektiert und damit meist unverändert; keine Übertragung auf Alltagssituationen mit längerfristiger Wirkung

Vordefinierte Erlebnisse

  • Erlebnis wird durch den Gruppenleiter interpretiert und Ziele werden vorgegeben; Lernen durch Erzählen (nach der Aktion)

Erfahrung durch Reflektion

  • TN werden selbst aufgefordert ihre Handlung zu reflektieren, um so die Nachhaltígkeit zu fördern (Lernen durch Reflexion). Action – Reflexion … Strukturierte Diskussion ohne dass die LT Lösungen vorgibt.
    Grundannahme: Der Mensch ist am ehesten dazu bereit sich zu verändern, wenn er diese Prozesse mit beeinflussen kann. Vergleiche zum Alltag sind hierbei erwünscht.

Antizipierte Erlebnisse

  • Vor- und Nachbearbeitung notwendig (deshalb auch frontloading genannt)
    mit Hilfe gezielter Fragen wird der Erlebnisprozess antizipiert, Meinungen, Einstellungen und Prognosen erfragt, nach der Aktion Reflexion, Vergleich und Transfer in den Alltag
    Gruppendynamik und Gesprächsführung werden für die LT komplexer

Metaphorische EP

  • Aktion ist möglichst exakt auf persönliche Ziele und Lebenssituation abgestimmt, d.h. Errichtung eines Szenarios, das weitgehend der Tragweite und Prägnanz der realen Alltagssituation entspricht = ideales Lernfeld für die Gruppe
  • Die Aktion wird mit Hilfe von passenden Metaphern beschrieben, um so auch unbewusste Ebenen anzusprechen.

Zwischen Anpassung und Abenteuer – Erlebnispädagogik: quo vadis?

Unter diesem Titel fand im November 2014 der internationale Kongress: Erleben & Lernen, in Augsburg statt. Hier treffen sich vorwiegend deutschsprachige Erlebnispädagogen alle zwei Jahre zum intensiven Austausch und Netzwerken.

Hier können Sie Sich die Präsentation des Vortrags von Prof. Dr. Werner Michel:
Erlebnispädagogik – fest verwurzelt, noch beflügelt?
als pdf herunterladen oder ansehen.
Sie gibt auch einen Eindruck über die aktuelle Situation der Erlebnispädagogik.

Werner Michl ist Professor für Soziale Arbeit, lehrt an der Technischen Hochschule Nürnberg (Georg-Simon-Ohm) und seit Jahrzehnten als Autor und Herausgeber im Bereich Erlebnispädagogik bekannt.
Er weist umfangreiche Erfahrungen in verschiedenen Organisationen auf, ist also auch ein Mann der Praxis.