Wie sitzt die Bogenhand am besten am Bogengriff?

Wir müssen unsere Hand so am Griff halten, dass der Druck reproduzierbar ist und dem jeweiligen Bogen gerecht wird.

Dazu ist es wichtig, dass der Schießende seine Hand deutlich im Griff spürt und den Bogen (in der Bogenhand entspannt) mit relativ wenig Kraft hält.

Man unterscheidet grundsätzlich einen hohen Griff — wie beim Pistolengriff und beim Recurve — bei dem der Hauptdruckpunkt relativ hoch, zwischen der Hautfalte von Daumen und Zeigefinger liegt, und einen tiefen Griff, wie er zum Beispiel beim Langbogen üblich ist. Beim tiefen Griff verschiebt sich der Druckpunkt nach unten in Richtung Lebenslinie.

Hersteller und Bogenbauer stimmen den Tiller*­ (also wie unterschiedlich stark die Wurfarme sind) auf die üblichen Griffpositionen ab.

Verändere ich den Griffpunkt, verlagert sich die Belastung der Wurfarme; dadurch verschiebt sich der Nockpunkt nach oben oder unten.
Das kann einen unsauberen Pfeilflug zur Folge haben.

Bei Bögen mit hohem Griff (Pistolengriff-Form) liegt der Pivotpunkt = Drehpunkt relativ nahe am konstruktionsbedingten Hauptdruckpunkt.

Dieser Hybridbogen hier unten von Bodnik hat zwar keinen Pistolengriff, der Hauptdruckpunkt ist jedoch höher als beim Langbogen.

Wir verkaufen auch Bogensportmaterial an unsere Teilnehmer. Hierfür machen Sie bitte einen individuellen Werkstatt-Termin mit uns aus. Gerne nehmen wir uns Zeit für eine persönliche Beratung, damit die Abstimmung von Pfeil und Bogen – im Zusammenspiel mit Ihrer persönlichen Technik – stimmt. Wir beachten hierbei u.a.: – Individuelle Auszugslänge – Bogenstärke – Härte der Pfeile (Spine) – Spitzengewichte – FOC (Front of Center) Die stimmigste Technik wirkt nicht, ohne passenden Pfeil.

 

Einen Langbogen drücke ich tiefer:

Bild Langbogen Handhaltung Griff

Einen Langbogen mit relativ undefiniertem, geradem Griff drücke ich tiefer. Weshalb er oft einen höheren Tiller — das heißt, der untere Wurfarm ist stärker gebaut als bei einem Recurve — weil meine Griffhaltung ihn stärker belastet.

 

Ich muss mich also auf meinen Bogen einlassen und versuchen, den Hauptdruckpunkt so zu finden,
sodass der Bogen ausgeglichen/optimal ausbalanciert in der Hand liegt.

 

Tiller*: Beschreibt das Stärkenverhältnis der beiden Wurfarme. Der untere Wurfarm ist meist stärker gebaut. Der untere Wurfarm trägt durch die Griff- und Pfeilposition mehr Belastung, weil der Griff unterhalb der Mittelachse liegt, sodass der untere Arm bei Auszug und Schuss stärker beansprucht wird. Um ein gleichmäßigeres Biege- und Kraftverhalten zu erreichen, wird der untere Wurfarm daher konstruktiv etwas kräftiger ausgeführt.